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Der Erbauer der Orgel, Johann Conrad Bürgy (1721 - 1792), stammte aus der Schweiz. Er lebte am Ende des 18. Jahrhunderts im Residenzstädtchen Homburg, wo er vom Evangelisch-Lutherischen Kirchen-Konvent den Auftrag für das größte Opus seines Lebens erhielt. Er schuf für die Schlosskirche eine Orgel, die mit ihren 38 Registern - verteilt auf drei Manuale und Pedal - ein herausragendes Beispiel mitteldeutschen Orgelbaus ist, wie ihn Bach aufgrund des markanten Klangbildes nachweislich bevorzugte. Ein breites Spektrum an wundervollen Klangvariationen, von Solostimmen bemerkenswerter Coleur bis zum majestätischen Tutti-Klang, zeichnet Bürgys Meisterwerk aus.
Aber: Die Kirche war feucht, die Orgel wurde rasch in Mitleidenschaft gezogen. Mit dem Niedergang der Landgrafschaft verfiel sie zusehends und wurde nach nur 90 Jahren abgebaut. Nur das Gehäuse blieb erhalten. In den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts gelang es dann engagierten Bürgern im "Kuratorium Bad Homburger Schlosskirche", die Kirche nicht nur baulich zu renovieren, sondern zugleich die Große Bürgy-Orgel von 1787 durch die renommierte Orgelbaufirma Förster & Nicolaus originalgetreu wiederherstellen zu lassen.
Heute ist sie in alter Pracht zu bestaunen. Ihr strahlender Klangcharakter und die vielfältigen Registerfarben eignen sich gleichermaßen für die Interpretation barocker Werke wie für Kompositionen der Klassik und ausgewählte romantische Literatur. Eine Besonderheit ist ihr Echowerk: Windladen und Pfeifen dieses Werkes stehen verdeckt im unteren Teil des Orgelgehäuses, so dass die Töne nicht direkt in die Kirche dringen, sondern Umwege nehmen müssen und dadurch weit entfernt, gleichsam echohaft klingen - ein Effekt, der in der Barockmusik sehr beliebt war.
Mit Unterstützung der SimCorp GmbH entstand eine CD, auf der vier renommierte Organisten aus vier Ländern die Große Bürgy-Orgel von 1787 in der Bad Homburger Schlosskirche vorstellen. Unter dem Titel Concert four Europe ist u.a. der deutsche Thorsten Mäder mit der Orgelsonate Nr. 4 op. 98 von Josef Gabriel Rheinberger zu hören.
